Kommmentar

 

 

 

10. März 2018

Bestimmungs- und Tauschnachmittag in der VHS Essen

 

Unser Ziel war, allen Fossilien-interessierten Personen die Möglichkeit zu geben, ihre Urlaubsfunde den Spezialisten der FossilienFreundeEssen vorzustellen.

 

Ein neuer Kontakt zur Gruppe entstand.

Das Bestimmungs- und Tauschangebot war vorgesehen.

Aus verschiedenen Erdzeitalter und Fundregionen lagen die Fossilien bereit. 

 

Einzelne Mitglieder stellten ihre Sammlung vor. Ihre Erfahrung und ihr Wissen gaben sie mit Unterstützung der Fachliteratur gerne bekannt.

 

Ein reger Austausch über Fundorte und Fossilien fand statt. Die Handhabung verschiedener Präparationstechniken wurde zwischen Sammlern und Teilnehmern vermittelt.

Von einem „Krabbeltisch“ konnte jeder Teilnehmer ein Fossil als Erinnerung mitnehmen.

 

 

 

 

 

Ein spektakulärer Nachmittag, der eine Wiederholung wünschenswert macht.

Allen Teilnehmern und Besuchern einen herzlichen Dank und ein Glück auf !      

 

Bild  + Redaktion: U.B.

 

 

 

KOMMENTAR  von Hans Piesoldt

zum VHS-Vortrag vom 17.2.2018

 

PalaeoART:

Die Kunst fossile Lebewesen

zu rekonstruieren.  

 

 

Unser Mitglied Kai Caspar, derzeit Student an der Uni Bonn, hat einen äußerst interessanten, zeitnahen Vortrag gehalten.

Manche mögen sich die Frage gestellt haben, wie das zusammenpasst:

Paläontologie und Kunst, Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft.

Doch sehr schnell wurde diese Frage beantwortet:

 

 

Seit mehr als 200 Jahren gibt es eine diesbezügliche Wechselbeziehung.

Der Paläontologe fand ein Fossil und versuchte das Tier zu bestimmen und die gefundenen Überreste in einen biologischen Kontext zu setzen. Für eine medienwirksame Lebendrekonstruktion wurde gegebenenfalls ein Künstler beauftragt, der den Zwischenschritt, vom Skelett zum kompletten Tier vollzog, d.h. die im Fossil abwesenden Teile hinzufügte.

 Einiges blieb der Fantasie überlassen, doch fußten die Rekonstruktionen doch typischerweise auf wissenschaftlichen Gedankengängen und dem Vergleich mit rezenten Tieren. So ergaben sich häufig auch für die Paläontologen Anregungen, etwa hinsichtlich der Erscheinung, Körperhaltung und der Proportionen von fossilen Arten.

So konnte es vorkommen, dass ein Saurier weitsichtig mit Federn dargestellt wurde, lange bevor dies wissenschaftlich belegt war.

Mit fortschreitenden technischen Entwicklungen gewinnt man gegenwärtig immer mehr Kenntnisse über die Haut, Fell, Federn und auch die Farbe (Melaninreste in Federn) ausgestorbener Arten, was die künstlerische Auseinandersetzung mit den Funden erneut stimuliert.

Mit der Allgegenwärtigkeit des Internets begann für die PalaeoArt jüngst ein neues Zeitalter. Viele Gruppierungen befassen sich online mit teils obskuren Fossilien und diskutieren ihre Kunst gemeinschaftlich. Man könnte glauben, das sei für die Paläontologie völlig uninteressant. Dadurch aber, dass so ein breites, hochwertiges Kunstangebot auf der Basis der unterschiedlichsten Ideen vorliegt, können durchaus neue Denkansätze für die Wissenschaft geliefert werden.

Kai stellte einen weiteren Vortrag aus dieser Materie in Aussicht. Wir freuen uns schon sehr darauf.

Kai stellte einen weiteren Vortrag aus dieser Materie in Aussicht. Wir freuen uns schon sehr darauf.

 

 

 

 

 

Saurierskelett aus Solnhofen

Pterosaurier von Kai Caspar

P.S.: In diesem Artikel konnten keine weiteren Abbildungen gezeigt werden, teils aus Platzgründen, aber auch wegen der Urheberrechte. Der Interessierte wird deshalb auf das Internet verwiesen.